Die von Künsberg - Teil III. Die Geschichte eines fränkischen Adelsgeschlechtes von Dr. Albert E l s t n e r
DAS ERBE VON HANS HEINRICH ERGIBT FÜNF NEUE FAMILIENLINIEN
Hans Heinrichs Besitz wurde durch das Los auf die fünf Söhne aufgeteilt; diese übernahmen 1647 ihren Besitz.
Der 1613 zu Wernstein geborene Georg Christoph Werner, der herzoglich sächsischer Rittmeister war, übernahm Wernstein. Dazu gehörte das Erbmarschallamt. Georg Christoph Werner hatte bereits zu Leb-zeiten vom Vater das 1626 gekaufte Gut Tüschnitz zur Verwaltung erhalten, ebenso das Gut Nagel. Er hielt sich, aus seinen Lehensleuten gebildet, eine uniformierte Hausmiliz, was zu Unstimmigkeiten mit dem Markgrafen führte. Als Georg Christoph Werner 1675 zu Veitlahm verstarb, folgte ihm sein Sohn Christian Ernst, der sächsischer Kam-merjunker und Saarbrückischer Hofmeister war', nach. Er war der älteste von 11 Geschwistern. Er schloß 1685 einen neuen Belehnungs-vertrag für Wernstein mit dem Markgrafen. Unter seinem Enkel Kai 1 Friedrich Erdmann, starb die Linie Wernstein wieder aus. Dieser Karl Friedrich Erdmann war 1730 zu Wernstein geboren und brachte es zum königl.-polnischen und herzoglich-sächsischen Kapitän und kam durch einen Erbvertrag vom Jahre 1738 in den Besitz des allodialen Teils von Schmeilsdorf. Karl Friedrich Erdmann verstarb 1759 zu Wernstein im Alter von 28 Jahren ohne männlichen Erben.
DIE KURZLEBIGE FAMILIENLINIE SCHMEILSDORF
Gründer der Familienlinie Schmeilsdorf war 1647 Christoph Joachim. Dieser erbte auch noch die rittermannslehnbaren Güter und Zehnten zu Laineck, Willmersreuth und Windischenhaig. Der mit einer von Feilitsch verheiratete Christoph Joachim verstarb bereits 1664 zu Schmeilsdorf und liegt in Schwarzach begraben. Er wurde nur 28 Jahre alt. Damit erlosch die Linie Schmeilsdorf der Besitz wurde auf die Häuser Wernstein, Tüschnitz, Nagel und Hain-Danndorf aufgeteilt. Auf dem Prozeßwege brachte dann Friedrich Erdmann 1738 Schmeilsdorf ganz in seine Hand.
Schloß Schmeilsdorf Bild folgt.
Hinter Baumgruppen in der Mitte des Dorfes liegt das Schloß, seit dem 14. Jahrhundert im Familienbesitz und 1644 durch Brand zerstört und Mitte des 18. Jahrhunderts wiederaufgebaut, auf qradratischem Grund, dreigeschossig. Die ehemalige Schloßkapelle dient heute als Scheune Eine Tafel kündet das Baujahr 1603 durch Georg Siegmund und seiner Frau Ursula, geb. Förtsch.
AUCH LINIE TÜSCHNITZ WAR NICHT VON LANGER DAUER
Herr auf Tüschnitz wurde Julius Hektor, dessen Mutter eine von Streitberg-Burggrub war. Der 1626 in Wernstein geborene Julius Hektor bewohnte das heute noch bestehende Pächtershaus in Tüschnitz, da sein Schloß im Dreißigjährigen Krieg zerstört wurde. Mit seinem Tode 1699 erlosch die Linie Tüschnitz. Seine Tochter Sabina Barbara, die mit dem kaiserlichen Hauptmann Hans Georg von Redwitz-Melan-ger zu Küps vermählt war, führte mit den Lehenserben noch einen langwierigen Prozeß, der erst unter ihren Enkeln endigte. Das lehn-bare Rittergut Tüschnitz und die dazugehörigen 1687 ererbten Teile von Schmeilsdorf. Leineck, Willmersreuth und Windischenhaig fielen nun an die Linien Wernstein, Nagel und Hain-Dandorf.
KIRCHLEIN UND SCHLOSS ZU HAIN ERSTEHEN
Adolph August Bild folgt.
Das Rittergut Hain war schon seit dem 14. Jahrhundert im Besitz der Künsberge. 1647 entstand unter Adolf August eine eigene Familienlinie Schloß Schmeilsdorf - Hain. Dazu gehörte auch der Besitz zu Danndorf. Adolf August wurde 1632 auf der Veste Blassenburg geboren; Gustav Adolf, der schwedische König war sein Taufpate. Er war zweimal vermählt mit einer von Wildenstein und einer von Fuchs-Walburg. August Adolf erbaute und fundierte die Schloßkapelle zu Hain 1668. Die heutige Pfarrkirche wurde 1970 wieder grundlegend renoviert. Sehr gut erhaltene Grabtafeln. auch die des Adolf August und seiner Gemahlin zieren das Kirchlein. Unter dem Chorraum fand man noch die unversehrten Särge vieler Künsberge. Auch der 1681 zu Hain verstorbene Adolf August ruht unter' dem Altar. Von seinen zehn Kindern übernahm der 166:3 zu Hain geborene Georg Adam das Erbe. Der mit einer von Marschalk-Ehneth vermählte erbaute das Schloß zu Hain neu im Jahre 1711 auch er erwarb die Lehenschaften zu Steinwiesen und erhob die dortige Kaplanei zur Pfarrei im Jahre 1681. 1737 überließ er durch einen Vergleich die Hälfte dieses Besitzes der Familie von Redwitz. Weil Mainroth von den Redwitzern zur katholischen Konfession gezwungen wurde, ward Danndorf und Schimmendorf gewaltsam beigezogen. Georg Adam hatte zwei Töchter, Sophie Christiane und Maria Christine, die Ehemänner aus dem Hause Würzburg hatten. Ein Allianzwappen am Oberen Schloß zu Mitwitz zeugt davon. Da Georg Adam 1713 ohne Erben zu Hain verstorben war, fiel sein Besitz an seinen Bruder Johann Christoph auf Danndorf, das dieser von seinem Vater erbte. Das Gut Danndorf ist heute noch im Besitze der Familie Künsberg-Wernstein. (Verhältnisse haben sich 1995 geändert)
Johann Christoph, dessen Mutter eine Fuchsin von Walburg war, hatte zahlreiche kriegerische Abenteuer zu bestehen Er begann als Page beim Markgrafen Johann Friedrich zu Ansbach und besuchte dann die Ritterakademie zu Paris. Als Offizier beim Kurbrandenburgischen Regiment war er dabei, als der katholische König Jakob II. von England durch Wilhelm III. vertrieben wurde Er nahm teil am Sturm auf Londonderry 1690. Auf Befehl Wilhelms III. mußte er den entflohenen König Jakob II. in einem verschlossenen Wagen heimlich einen Paß passieren lassen. Nach der Eroberung Schottlands, an der er teilnahm, kämpfte er noch in den Niederlanden und kehrte 1691 verwundet irr sein Vaterland zurück und diente nun beim Markgrafen Christian Ernst zu Bayreuth als Generaladjutant, um noch einmal im Französischen Krieg mitzukämpfen. Dann begab er sich auf seine Güter, heiratete 1700 Maria Cordula Teuflin am Birkensee und starb 1732 zu Hain im 70. Lebensjahre. Auch sein schöner Grabstein findet sich noch in der Kirche. Georg Wilhelm, der zunächst Domherr in Halberstadt war, dann resignierte und 1742 eine von Waldenfels heiratete, erhielt bei der brüderlichen Erbteilung 1738 Rittergut und Schloß Hain zugesprochen. Georg Wilhelm, der 1765 verstarb, hinterließ acht Kinder'. Der neue Besitzer wurde nun Adam Rudolf Friedrich, der Erbmarschall des Burggrafentums Nürnberg und fürstlich-bambergischer Kammerherr war. Er kaufte mit seiner Gemahlin Schaumberg-Strößendorf das allodiale Gut Schmeilsdorf und die Hälfte des allodialen Teils von Wernstein im Jahre 1784 von dem erloschenen Hause Wernstein, von Friedrich Erdmann.
Der letzte der Linie Künsberg-Hain war der Landwehrobristleutnant des Bataillons Kulmbach, Franz Ludwig Friedrich auf Hain, Schmeilsdorf und halb Wernstein. Der 1785 zu Hain geborene war in erster Ehe mit Maria Theresia von Falkenhausen vermählt, die 1840 zu Schmeilsdorf verstarb. In zweiter Ehe heiratete er Christiana Antoinetta Cornelia Vetterlein aus Bayreuth, geboren 1811 zu Münchberg. Die Hochzeit fand 1843 zu Neudrossenfeld bei Bayreuth statt. Ein Gemälde dieser Antoinetta Cornelia hängt in der Schönheitengalerie Kö-nig Ludwigs 1. im Schloß Nymphenburg in München. Franz Ludwig verstarb 1860 zu Schmeilsdorf und ist zu Schwarzach begraben. Er hinterließ nur eine Tochter aus der zweiten Ehe, Cornelia Carolina Rosalie Theresia Charlotte. Sie ward 1844 zu Schmeilsdorf geboren und heiratete später den Erbauer des neuen Schlosses in Oberlangenstadt, August Ottokar von Künsberg. Nagel, Oberlangenstadt.
NEBEN HAIN BESTEHT DIE LINIE DANNDORF
Wappenstein am Gut Danndorf Bild folgt.
Johann Christoph, der 1661-1732 lebte, hatte, wie schon erwähnt Danndorf und Hain in seiner Hand. Er gab seinen Besitz Danndorf an seine beiden Söhne, an den markgräflichen Regierungsrat Karl Alexan-der und an den Ritterrat Wolf Heinrich weiter. Nach dem Tod des mit einer von Reitzenstein verheirateten und 1755 kinderlos verstorbenen Karl Alexander fiel Danndorf ganz an Wolf Heinrich, der auch halb Tüschnitz mit besaß. Wolf Heinrich ward 1711 zu Hain geboren und war vermählt mit der Gräfin Charlotte von Auersperg, der Hofdame der Gemahlin Friedrichs des Großen. Sie stammte aus dem Hause Reichlingen im Österreichischen. Wolf Heinrich verstarb 1782 zu Hain und hinterließ neun Kinder. Ein Sohn Johann Wilhelm, der zunächst Page beim rnarkgräflichen Hof zu Ansbach und dann Leutnant in königlich-französischen Diensten war und 1829 als fürstlich Nassau-ischer Oberhofmarschall verstarb, erhielt die Tüschnitzer Anteile der Familie Danndorf. Der Sohn Carl Constantin Friedrich, der als Kanz-ler in Herzogisch-Mainingschen Diensten stand, erhielt die Wernstei-ner und Schmeilsdorfer Anteile der Familie; er verstarb 1821 zu Meiningen.
Den Danndorfer Besitz selbst teilten sich die Brüder Heinrich Karl Ferdinand und Friedrich. Heinrich Karl Franz stand zunächst als Leutnant in königlich-französischen Diensten und rettete den Prinzen Ludwig 1. von Bayern vor der Gefangenschaft. indem er ihn von Straßburg nach Kehl brachte. Er wurde dann Major im Hohenlohischen Corps und focht gegen die französischen Patrioten in Holland und flüchtete später nach der Einnahme von Maastrich nach England. Er erhielt 1816 den Titel "Marschall De Camp" und lebte in Pension zu Bayreuth. Wegen seines Danndorfer Besitzes wurde er dann von den Agnaten abgefunden. So wurde nun die Linie Danndorf von Friedrich, der markgräflicher Regierungsrat zu Bayreuth war und später preußischer Regierungspräsident des 2. Senats zu Bayreuth, fortgesetzt. Drei Söhne des Friedrich erbten nun Danndorf. Der 1687 zu Bayreuth geborene Friedrich war in preußischen Diensten und machte die Schlacht bei Jena mit. 1808 kämpfte er auf Württembergischer Seite gegen Öster-reich und nahm als Obristleutnant an den Kämpfen gegen Frankreich 1814 teil und verstarb ledigen Standes. Auch Karl, der Bruder, der Forstwissenschaft studierte, verstarb ohne Erben. Der preußische Hauptmann Heinrich auf Danndorf vermählte sich mit einer Frau aus dem Hause Wernstein. Er kämpfte gegen Rußland 1812, gegen Frankreich 1813 bei Leipzig, wurde gefangengenommen und nach Paris gebracht und ausgewechselt. Er war Ritter des Eisernen Kreuzes und des Vladimirordens. Mit ihm erlosch die Linie Danndorf.
EINE NEUE WERNSTEINER FAMILIENLINIE NIMMT DEN BESITZ HAIN UND DANNDORF AUF
Der schon erwähnte meiningsche Geheimrat und Kanzler Karl Konstantin Friedrich auf Wernstein gab seinen Besitz an seinen Sohn WiIhelm Karl Philipp, dessen drei Brüder kinderlos starben. Der 1790 geborene Wilhelm Karl studierte Forstwissenschaft zu Dreißigacker und trat in herzoglich-meiningsche Dienste als Forstmeister. Er war mit Eugenia von Erfa verheiratet und verstarb als meiningscher Kam-merherr und Oberforstmeister zu Hildburghausen. In seiner Hand hatte sich als Besitz Wernstein, Hain, Danndorf und Teile von Tüsch-nitz vereinigt, dazu kam noch Gut und Schloß Schmeilsdorf. Der Sohn August Max Karl, der 1828 zu Hildburghausen geboren ward, wurde Besitznachfolger. Er war Land- und Forstwirt und heiratete 1856 Sophie von Rotenhan auf Rentweinsdorf, die Hochzeit fand auf Eyrichshof statt. Vater Rotenhahn war königl.-bayerischer Regierungsdirektor und Kammerherr. Der Forstwirt August Max und sein Bru-der, der Regierungsdirektor, Gustav von Künsberg, retteten die alte Burg Wernstein 1884 vor dem Verfall und setzten dieselbe wieder in bewohnbaren Zustand. Die Tafel im oberen Burghof erinnert daran. August Max Karl verstarb 1791 zu Wernstein. Der Sohn Wilhelm Heinrich Karl, geb. 1860 zu Wernstein, war letzter Freiherr auf Wernstein, Danndorf, Hain, Schmeilsdorf, Auhof und halb Tüschnitz. Der mit Elisabeth von Lerchenfeld Verheiratete verstarb 1937 auf Wernstein. Die Güter Wernstein und Danndorf sind heute noch im Besitz der Familie Künsberg-Wernstein*****(Verhältnisse haben sich 1995 geändert) und wurden in eigener Regie bewirtschaftet. Das Schloß zu Wernstein wurde von dem Senior der Familie, dem Rittmeister a. D. Land- und Forstwirt Maximilian Gustav Ludwig Heinrich, zusammen mit seinem Sohn Karl Ludwig bewohnt und das Gut gemeinschaftlich bewirtschaftet. Der Sohn Wolf Heinrich betreibt das Gut Danndorf. Beide Brüder sind mit Töchtern des berühmten Pianisten Wilhelm Kempff vermählt, die Linie blüht fort.
DIE LINIE NAGEL-OBERLANGENSTADT ENTSTEHT NACH DEM GROSSEN KRIEG
Hans Heinrich junior, der zwischen 1627 und 1691 lebte, erhielt aus dem väterlichen Erbe Nagel und Teile von Tüschnitz und war der Begrün-der der neuen Familienlinie Nagel-Oberlangenstadt. Er ward in dem Familienhause zur Kulmbach geboren, erlebte den Dreißigjährigen Krieg, die Türkenkriege 1664 und 1683 und den Krieg gegen das Frankreich Ludwigs XIV. Hans Heinrich verlor schon mit vier Jahren seine Mutter' und wurde zunächst von seiner Stiefmutter, einer von Zobel, aufgezogen. Bald kam er dann in Kost und Betreuung zu Katharina von Redwitz auf die Veste Theisenorth zusammen mit seinem Bruder Adolf August. Dort wurden die beiden mit dem jungen Georg Dietrich von Redwitz erzogen. Später kam Hans Heinrich auf die Schule nach Kulmbach und dann in die Stadtschule nach Bayreuth zu Rektor Kleesattel. Mit 17 Jahren kehrte er wieder in sein Vaterhaus zurück. Seine Brüder, die von kräftigerer Gesundheit waren, als er, wandten sich bald dem Kriegsdienst zu. Für die jungen Adeligen war damals die Schul-bildung von nicht zu großer Bedeutung; wichtig war der hohe Stand. Im Dreißigjährigen Krieg und danach hatten die jungen Edlen haupt-sächlich das Dreinschlagen gelernt. Damals waren noch kaum Geist-liche und Lehrer für die Erziehung eingesetzt; das Hauptlesebuch war die Bibel.
ALLGEMEINE VERHÄLTNISSE NACH DEM GROSSEN KRIEG
Hans Heinrichs Landesvater, Markgraf Christian, war 1649 nach dem Dreißigjährigen Krieg nach Bayreuth zurückgekehrt und feierte dort ein großes Friedensfest und ging sofort an den Wiederaufbau seines Landes. 1653 konnte er sein 50-jähriges Regierungsjubiläum begehen. Er verstarb in Bayreuth 1655. Ihm folgte sein Enkel Christian Ernst, der sich als tapferer Kriegsmann besonders im Türkenkrieg vor Wien auszeichnete. 1667 wurde eine Münzberichtigung durchgeführt, es gab nur noch Gulden und Kreuzer. Um 1616 bestand in Warmensteinach eine Heil- und Wunderquelle, zu der Tausende von Menschen hinström-ten. 1610 begann schon das Postwesen; Boten zu Fuß waren ständig zwischen Kulmbach und Coburg unterwegs. Als Hans Heinrich jun. volljährig war, regierte im Fürstbistum Bamberg Melchior Otto Volt von Salzburg, in dessen Regierungszeit 1647 die Gründung der Uni-versität Bamberg fiel. Die Universität war zunächst mit Lehrstühlen für Philosophie, Geologie und Kirchenrecht ausgestattet. In Kronach ließ Melchior Otto ein Franziskanerkloster errichten und zeichnete die Kronacher Bürger für ihre tapfere Haltung im Schwedenkrieg aus. Das Fürstbistum Bamberg mußte in jener Zeit auch Rechte und Güter an den Markgrafen zurückgeben. Gesandter für Bamberg war damals der Edle Georg Heinrich von Künsberg. 1650 befahl Melchior Otto die strengste Untersuchung und Strafe gegen die unmenschlichen Hexen-prozesse. Da nach dem Krieger großer Männermangel herrschte, durf-ten die Klöster nur noch Männer über 60 Jahre aufnehmen, und die Pfarrer durften heiraten. Auf Melchior Otto folgte Philipp Valentin Voit von Rieneck, der 1665 die Befestigungen auf der Kronacher Veste Rosenberg und auf der Veste Forchheim erweitern und verbessern ließ. 1679 wird Johann Friedrich Wilhelm von Aufseß Obermundschenk des Kaisers Leopold. 1683 erbaute Fürstbischof Sebastian Schenk von Stauffenberg das Lustschloß Seehof. In die Zeit des Hans Heinrich jr. fiel auch die reichliche Bautätigkeit des Abtes Knauer aus Langheim, der in Kulmbach den Mönchshof errichtete und große Schloßbauten in Tambach und Trieb aufführen ließ.
HANS HEINRICH JUNIOR ÜBERNIMMT UND VERGRÖSSERT DEN NAGLER BESITZ
Hans Heinrich übernahm nun 1649 sein Erbe und heiratete in Nagel Dorothea von Radiborski zu Sechsbus. Diese stammte aus einer alten böhmischen Adelsfamilie, die im Dreißigjährigen Krieg auswandern mußte. Der Vater war der letzte Amtmann zu Streitberg; aus dieser Ehe gingen acht Kinder hervor. Eine Tochter heiratete in die Familie Reizenstein, eine andere in die Familie Guttenberg-Kirchleus ein. Hans Heinrich war nun der erste Künsberg, der' sein ganzes Leben in seinem Besitztum Nagel verbrachte. Mit ihm beginnt auch das Nag-1er Archiv. Er wohnte in der von seinem Vater von der Familie Red-witz erworbenen Neuen Kemnat. Die wirtschaftlichen Verhältnisse nach dem Kriege waren in Deutschland zunächst sehr schlecht. Es gab sehr wenig Menschen welche die Felder bestellen konnten. Das Vieh war sehr knapp geworden, so daß sich die Menschen oft selbst vor den Pflug spannen mußten. So hatte auch Hans Heinrich Mühe, seine Familie durchzubringen. Er bestellte selbst sein Gut, wobei die benötigten Kleidungsstücke von der Hausfrau selbst angefertigt wurden. Die neue Kemnat war damals von einem Wassergraben umgeben, was einen guten Schutz gegen das Raubgesindel bot. Ein kleines Lust-gärtchen mit Fliederlauben lag daneben. Das Schloß war nur von eini-gen mit Stroh bedeckten Lehmhütten der Fröhner umgeben. Der Lehnsherr Hans Heinrich schenkte dickes Bier in der Dorfschänke aus. Seine Nahrung bestritt er aus den Weihern, der Schäferei und der Jagd. Zur Neuen Kemnat gehörte auch ein Obstgarten, die Wörtwiese in Oberlangenstadt an der Rodach, 20 Acker Gehölz auf dem Nagler Berg und Holz bei Schmölz am Heidelberg und auf dem Mönchsfeld bei Hummenberg, ferner das Fischwasser in der Rodach, Weiher bei Nagel und der Rosenauweiher, dazu der Zehnte von Eichenbühl und von Hummenberg, eine Schänke zu Nagel und eine zu Oberlangen-stadt. Das Wirtshaus zu Nagel wurde erst 1712 von den Künsbergern erworben.
Der Besitz umfaßte fünf Fröhner zu Nagel, fünf zur Oberlangenstadt und einen zu Küps. Diese mußten von Walburgi bis Michaeli für 12 Pf pro Tag bei Selbstverpflegung arbeiten. Es gab noch einen Unter-tanenschwur auf den hochedlen, gestrengen Herrn mit Pacht- und Naturalabgaben. Die Neue Kemnat hatte nur wenig Ökonomie, dafür mehr Jagd- und Fischereimöglichkeiten. Beim Aussterben der Fa-milienlinie Schmeilsdorf fielen dem Hans Heinrich noch Teile von Lein-eck, Wilmersreuth und Windischenhaig zu. Trotz wirtschaftlicher Schwierigkeiten festigte und vergrößerte Hans Heinrich seinen Besitz. Er erreichte auch ein Mitbelehenschaftsrecht auf Wernstein und Hain und die Auftragung seiner allodialen Güter auf Nagel zum Branden-burgischen Rittermannslehen 1684. 1655 erwarb er noch die Lehen Unterrodach, Höfles und Vogtendorf und erwarb 1665 die Schäferei auf dem Mönchsfelde, und 1691, kurz vor seinem Tode, kaufte er von der Familie Redwitz noch die Alte Kemnat zu Nagel, die er schon Jahre vorher gepachtet hatte. Diese Alte Kemnat war schon im 15. Jahrhundert Brandenburgisches Lehen. 1497 gehörte sie Hans von Schaumberg. Sie nannte sich damals "Veste und Behausung mit Dorf und Gütern". 1506 besaß Christoph von Redwitz zu Tüschnitz mit Holz auf dem Kümmelberg diesen Besitz. 1569 ging sie in den Besitz des Wolf Dietrich von und zu Wiesenthau über und kam dann wieder zur Familie Redwitz.
PATRONAT ÜBER SCHMOLZ
Hans Heinrich junior strebte nach einer Erbbegräbnisstätte und einem Patronat. So kaufte er 1663 von einem Redwitz ein Teilpatronat über die Kirche Schmölz mit dem Filial Theisenorth. Redwitzerben machten Ihm jedoch dieses Recht streitig. Es kam zu unwürdigen Auseinandersetzungen vor und in der Kirche mit Verbarrikadierungen des Kirchenstuhls in Theisenorth durch Hans Heinrich, so daß der Fürstbischof von Stauffenberg eingreifen ließ, um den Streit zu beenden. Erst 1689 bekamen die Künsberge zu Tüschnitz ein Mitpatronat über Schmölz. Heute sind über dem Kanzelaltar und der Orgelempore zu Schmölz die beiden Wappen der Familien Künsberg und Redwitz friedlich nebeneinander angebracht. Hans Heinrichs erste Gattin wurde in der Schmölzer Kirche beigesetzt; seine Kinder wurden dort getauft.
1673 wurde Hans Heinrich als Gewählter Ritterrat auf dem Gebürg zusammen mit Johann Heinrich von Guttenberg beauftragt, dem kaiserlichen Reichsheer nach Eger entgegenzureiten und dasselbe durch das ritterschaftliche Gebiet zu geleiten. Das kaiserliche Heer zog damals zur Sammelstelle Nürnberg, von wo aus der Obrist und Führer dieses Kontingents, Markgraf Christian Ernst, 100 Reiter und 600 Mannschaften gegen Frankreich führen sollte. Hans Heinrichs neun Kinder genossen Dorfschulbildung; es war wenig Geld vorhanden für eine höhere Ausbildung. Die Söhne wuchsen ziemlich wild heran und lernten hauptsächlich Jagd und Fischfang. Schon damals wurde in ihnen die Vorliebe zu den Waffen geweckt. Man berichtete ihnen über die tapferen Taten ihrer Vorfahren in dem Dreißigjährigen Kriege. So eilten die vier Söhne auch bald zu den Waffen. Georg Wilhelm und Christoph Adam dienten bei den Kaiserlichen, Wolf Ernst beim Würzburgischen Fürstbischof und Hans Christoph beim Markgrafen zu Bayreuth. Alle vier nahmen an der Befreiung Wiens von den Türken teil unter ihrem Führer, dem Markgrafen Christian Ernst. Dieser brachte die Fahne und den Roßschweif des Großwesirs mit nach Hause. Die Künsberge brachten aus dem Kriege zwei Türken als Diener mit, die noch lange in Nagel und Oberlangenstadt lebten und als Pferdepfleger und Gärtner Verwendung fanden.
Bild der Türken folgt.
Kanzelaltar Schmölz mit Allianzwappen Bild folgt
Der Sohn Hans Christoph kehrte als erster nach Hause zurück und half dem Vater in der Führung der Wirtschaft; er war der Liebling der Eltern und bekam schon im Vorgriff als Erbe das Gut auf dem Mönchsfeld. Damals war den Untertanen eine allgemeine Türkensteuer auferlegt worden, die nur sehr zögernd abgeliefert wurde. So hatte auch Hans Heinrich Schwierigkeiten bei der Geldeintreibung bei seinen Untertanen in Ober- und Unterrodach. Er ließ durch den Kornett Hans Christoph von Künsberg und 14 Reiter die Mühlen besetzen, die zwei Schneidmüller gefangennehmen, nach Nagel führen, legte sie im Gewölbe an die Kette und ließ sie zehn Tage hungern, bis die Bezahlung erfolgte. 1664 stiftete der Markgraf Christian Ernst in Bayreuth das Gymnasium Ernestinum. 1691 machte Hans Heinrich jun. sein Testament. Zeugen waren Pastor Kümmelmann, Küps, Pastor Böhm und Johann Jäkisch zu Küps. Hans Heinrich verstarb 64jähr'ig zu Nagel. nachdem er sich dem Fürstbischof und dem Ritterrat empfohlen hatte. Das Pfarramts-attest aus Schmölz besagt, daß die Aussegnung durch einen protestantischen Pfarrer Bielanz. Schmölz, stattfand. Ein Chor sang als der Leichenzug sich von Nagel über Oberlangenstadt nach Veitlahm bewegte, wo Hans Heinrich in der Erbbegräbnisstätte seine letzte Ruhe fand.
Der 1660 zu Nagel geborene Johann Christoph übernahm das Erbe, nachdem ihm seine drei Brüder ihren Erbteil verkauft hatten im Jahre 1698. Ein Bruder Wolf Ernst, der 1656 zu Nagel geboren ward, war Obrist. Geheimer Kriegsrat und Amtshauptmann zu Kulmbach und war mit einer Amalia Dorothea von Würzburg zu Mitwitz vermählt. Er erkaufte vom Erlös des Nagler Erbes von seinem Bruder Christoph Adam dessen Anteile an Tüschnitz 1707 und baute das untere Stockwerk des Pachterhauses im selben Jahre aus. Als er 1732 verstarb, zog einer seiner drei Söhne, nämlich Bernhard Wilhelm, der 1714 zu Kulmbach geboren ward und kaiserlicher Hauptmann war, nach Tüschnitz, nachdem er vorher das obere Stockwcrk des Pachterhauses ausgebaut hatte. Er war mit einer Amalie Sophie von Künsberg auf Hain vermählt und fiel bei den Kämpfen zu Peterwardein gegen die Türken in Ungarn 1739. Eine Tochter von ihm war mit einem Adjutanten Friedrichs des Großen, einem von Langenfeld, vermählt.
EINE NEUE LINIE KÜNSBERG-SCHERNAU ENTSTEHT
Schäferei Mönchsfeld Bild folgt
Pächterhaus Tüschnitz Bild folgt Schloß Schernau Bild folgt
Der Bruder Christoph Adam des Johann Christoph auf Nagel, war 1652 geboren und wurde später herzoglich Württembergischer Obristleutnant zu Pferd in Stuttgart. Auch er hatte seinen Anteil an seinen Bruder verkauft. Von dem Erlös erwarb er das Weingut Schernau im Würzburgischen. Vor seinem Verzicht auf Nagel hatte Christoph Adam drei Jahre den Gutshof zu Nagel gepachtet und zog dann nach Tüsch-nitz, wo er nur kurze Zeit wohnte, denn er konnte sich nicht mit dem dort wohnenden Bruder Wolf Ernst vertragen und widmete sich des-halb dem Militärdienste unter Herzog von Württemberg. Er war es auch, der aus dem Türkenkrieg 1683 die beiden Diener Mustafa und Emir mitbrachte, die er dann an seinen Bruder Johann Christoph weitergab. Christoph Adam war vermählt mit Cordula Christiana von Truchseß von Wetzhausen auf Bundorf 1685. Der Familie Truchseß von Wetzhausen gehört auch die Bettenburg. Aus dieser Ehe ging am 16. Mai 1686 der Sohn Dietrich Siegmund hervor, der später fürstlich Bambergischer Kommandant und Amtshauptmann auf der Veste Rosenberg ob Kronach wurde. Hans Christoph hatte nun 1698 den gesamten Besitz übernommen. Er ward sächsisch-meiningscher Kammerjunker und Obristleutnant in den Generalstaaten von Holland. Nach seiner Militärzeit bewirtschaf-tete er sein Gut Nagel mit Zubehör. Er hatte ein beachtliches Grundvermögen übernommen. Außer dem Nagler Besitz gehörte ihm ja schon vor dem Tode seines Vaters das Gut Mönchsfeld mit 400 Schafen und Erbteile des Schmeilsdorfer Familienbesitzes und Teile von Tüsch-nitz. Er hatte auch Untertanen in Schwürbitz, dazu ein Gefälle in Küps und eines in Fasoldshof und Rottwind nebst Besitzungen in Ober-und Unterrodach, Höfles und Zeyern. An Regalien waren vorhanden die Niedere Gerichtsbarkeit mit Vogteilichkeit, die Kaiserliche Reichsfreiheit, die Hohe und Niedere Jagd, ein Weinberg, das Fischrecht im Schloßgraben, in zwei oberen Weihern, in einem unteren großen Wei-her, in zwei Weihern am Kreuzgraben und in der Rodach. Der Besitz umfaßte weiter den landwirtschaftlichen Hof im Dorf Oberlangenstadt, einen Felsenkeller bei der Hundskirche und einen am Nagler Berg. Im Nagler Schloß wurde eine Schloßkapelle eingerichtet und mit zwei Glocken ausgestattet, dazu wurde eine Pfarrwohnung hergerichtet und ein Verwaltershaus mit Obstgarten erstellt. Eine Einnahme brachte auch das Schutzgeld der Juden mit 5 Haushaltungen. Auswärtiger Be-sitz war noch in Leineck, Wilmersreuth und Windischenhaig und das Weingut in Sulzfeld vorhanden. Hans Christoph wohnte nach dem Tode seines Vaters zunächst auf dem Schafsgut Mönchsfeld. Erst 1698, als er die Erbteile seiner Brüder gekauft hatte, zog er nach Nagel. Er nahm dann bald ein Bauernmädchen, die Daßlerin aus Merzbach, in seinen Haushalt auf und heiratete dieselbe. Er legitimierte auch deren Sohn Philipp Heinrich beim Lehenshof in Bayreuth. Dies stieß auf den stärksten Widerstand der übrigen Familie, die lange Prozesse dagegen anstrengte, aber nichts erreichen konnte. Als Johann Christoph auf Mönchsfeld weilte, besuchte er die Küpser Kirche, aber die Familie Redwitz-Melanger versperrte ihm den Zugang. Dann versuchte er es in Burkersdorf; auch dort wurde ihm der Kirchenstuhl verwehrt. Nicht besser erging es ihm in Schmölz; dort fand er den Kirchenstuhl der Künsberge versiegelt. Er riß das Siegel ab und setzte sich nieder. An einem Sonntag, als er wieder in der Kirche weilte, hatten die Redwitzen vor der Kirche Reiter postiert, die, als Johann Christoph aus der Kirche kam, diesen beschimpften und einen "Hundsfott" hießen und versuchten, ihm Gewalt anzutun. Jedoch ließ er sich auf keine Händel ein und ritt schnell von dannen. Nun beschloß er, sich selbst eine Schloßkirche einzurichten. In seiner Alten Kemnat baute er einen Kirchenraum für 150 Personen aus und kaufte dazu eine kleine Orgel. 1703 wurde der erste Pfarrer Joachim Hildenbrand eingesetzt. Der Schuldiener fungierte als Küster, er hieß Peter Valentin Fischer. 1704 fand die erste Taufe statt. Es war das Kind des Wirtes Rosenbauer aus Oberlangenstadt. Auch ein kleiner Friedhof wurde angelegt.
Dort wurde 1705 das Kind Maria Anna Amalie Müller aus Nagel begraben. Im selben Jahr fand auch die erste Hochzeit statt von einem Böhm aus Wil-denberg mit Barbara Liebin von Nagel. Als die Redwitzen von dieser Kircheneinrichtung erfuhren, strengten sie einen Prozeß an, da ihnen die Gebühren der protestantischen Untertanen von Küps, Burkersdorf und Schmölz entgingen. Der Lehenshof Bayreuth gab den Redwitzen recht. Aber Johann Christoph ließ sich nicht beirren, selbst als man seinem Pfarrer Zink den Dienst verboten hatte. Man versuchte sogar eine militärische Besetzung. 1708 kauft Johann Christoph das Wirts-haus mit Stallungen und Brauhaus und Braupfanne von dem Wirt Häckel in Oberlangenstadt. Als Johann Christoph zu Jahresbeginn 1721 kränkelte, beabsichtigten sein Bruder Wolf Ernst und sein Neffe Diet-rich Siegmund, der Kommandant der Veste Rosenberg, das Erbe mit Gewalt an sich zu reißen, bevor es der von der Familie nicht aner-kannte Sohn des Johann Christoph Philipp Hein ich üi1~ernehmen konnte. Im Frühjahr' 1721 verbreitete nun Hans Christoph, um die Erbschleicher hereinzulegen, das Gerücht, daß er gestorben sei. Man schickte von der Veste Rosenberg einige Soldaten in den Schloßhof zu Nagel, die dort den angeblichen Toten heschimpften und ein Freudengeheul anstimmten, daß der Teufel den alten Kerl geholt hat und schickten sich an, das Gebäude zu besetzen. Da öffnete sich plötzlich das Fenster und Hans Christoph streckte den Kopf heraus und schrie: "Der alte Geier sitzt noch im Horst, schleicht euch, ihr Lumpen, ihr Erbschleicher!" - Etwas beschämt zog das Soldatengrüppchen wieder ab. Der Sohn klagte wegen dieses Vorfalls beim Lehensgerichtshof zu Bayreuth und die Schuldigen bekamen eine strenge Rüge. Im März 1721 starb Hans Christoph mit 60 Jahren und wurde unter dem Altar der von ihm gestifteten Schloßkapelle vom Pfarrer Trampel eingesegnet und begraben.
DIE ORDNUNG WIEDER HERGESTELLT
Hans Christoph hatte nun seinen Sohn Philipp Heinrich als Universal-erben eingesetzt. Er sandte eine Kopie des Testaments an den Vogt von Burgkunstadt. Dieser Sohn hatte nun wieder ständige Prozesse gegen die übrige Familie zu führen bis zu seinem Ableben. Philipp Heinrich wurde königlich-polnischer und kurfürstlich-sächsischer Haupt-mann und vermählte sich 1744 mit der Gräfin Johanna Amalie von Schulenburg zu Liberosa, einer Generalstochter aus den Nordstaaten. Philipp Heinrich baut 1718 ein kleines Schloß zu Oberlangenstadt in der Gegend des heutigen Gärtnerhauses; dieses wurde 1805 wegen Baufälligkeit wieder niedergerissen. Hans Heinrich war kein guter Wirt-schafter und kam bald in Schulden. Er verkaufte 1729 das Wirtshaus mit Zubehör zu Oberlangenstadt mitsamt der Wirtswiese an Hans Hanft zu Küps. 1736 starb seine Frau nach 22jähriger Ehe voll Kum-mer und Sorgen; sie ist in der Kirche zu Küps zusammen mit einer Tochter begraben. Die Küpser Kirche birgt noch mehrere Grabsteine der Familie Künsberg, es kam ja auch mehrmals zu Heiraten zwischen den Familien Künsberg und Redwitz. Die Ehe des Philipp Heinrich erbrachte acht Kinder, die alle im Kindesalter bereits starben. 1743 verstarb Philipp Heinrich auf einer Reise nach Frankfurt im Hotel "Goldener Löwe" ganz unvermutet mit 47 Jahren. Der Besitz fiel nun an seinen Neffen Karl Dietrich von Künsberg-Schernau, der damals Student in Bamberg war. So endete ein dramatischer Abschnitt in der Familiengeschichte, wobei es sogar zu blutigen Auseinandersetzun-gen kam, zum Beispiel als die Bauern und Dienstleute des Philipp Heinrich in Tüschnitz Heu heimholen wollten, kam es zu einem Handgemenge mit 10 Gefolgsleuten des dort wohnenden Wolf Ernst, des Onkels des Philipp Heinrich; dabei gab es zwei Tote, ein Jäger und ein Husar wurden erschlagen bzw. erschossen, als die Söhne des Wolf Ernst mit Gewehren den Leuten des Philipp Heinrich das Aufladen verwehren wollten. Es kam dabei zu einem gerichtlichen Nachspiel vor dem Kommandanten zu Kronach und dem Amtsvogt von Burgkunstadt. Von nun an wurde der Nagler Gutsbetrieb von den Künsbergen nicht mehr selbst bewirschaftet, sondern verpachtet.
Teil I.Teil II.
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